Heute ging´s zum letzten Rennen der Saison wie jedes Jahr nach Spiegelberg. Da ich in den letzten Wochen nicht sooo wahnsinnig viel trainiert haben, entschied ich mich nach reiflicher Überlegung kurzfristig von der Mitteldistanz auf die Kurzstrecke umzumelden. Somit stand heute ein ungewohnt kurzes Rennen von 27 km und rd. 700 hm auf dem Programm. Nachdem ich mich eine gute halbe Stunde warmgefahren hatte (bei saumäßig kalten Temperaturen von ca. 6 Grad kann man das heute durchaus wörtlich nehmen) stand ich also bei strahlender Sonne am Start. Auf der Kurzstrecke waren es ca. 300 Starter und davon unglaubliche 52 Damen! Kurz nach dem Start kam es vor mir zu einem spektakulären Sturz, da 2 biker unbedingt auf der gleichen Linie fahren wollten. Ich konnte zum Glück noch rechtzeitig anhalten und hoffte nur, dass mich jetzt keiner von hinten über den Haufen fährt. Puh, noch mal gut gegangen; aber da schnellt das Adrenalin gleich mal in die Höhe. Weiter ging´s zum ersten und zugleich auch längsten Anstieg des Rundkurses. Ich fuhr mein Tempo und habe mich auch nicht durch die "Heissporne", die am liebsten schon am ersten Berg die Entscheidung suchten, aus der Ruhe bringen lassen. Es lief ziemlich gut und ruckzuck kam auch schon die erste Abfahrt, ein kurven- reicher Forstweg, auf dem man richtig Gas geben konnte. Nach ca. 1/3 der Strecke bekam ich dann von einem Zuschauer die Info, dass ich die erste Dame bin; naja, das fand ich ja mal nicht schlecht, aber zu diesem frühen Zeitpunkt des Rennens auch noch nicht wirklich beruhigend. Der Streckenzustand war dieses Jahr um einiges besser; die Schlammabfahrten waren nicht ganz so fiess. Eine Abfahrt fuhr ich aber doch mit ziemlichem Respekt runter; schließlich hatte ich meinen Sturz vom letzten Jahr nicht vergessen. An dieser Stelle war ich dann schon erleichtert, hier nicht noch ein 2. Mal runtereiern zu müssen; überhaupt war dieses Rennen eine ganz neue Erfahrung, da es schon ungewohnt war vom Start bis ins Ziel mehr oder weniger Vollgas zu fahren, ohne dass ein wesentlicher Einbruch kommt und das Rennen dann so schnell vorbei ist. Auf dem letzten trail kurz vor dem Ziel erlaubte ich mir dann, einen männlichen Kollegen zu überholen (ich wollte ja nicht riskieren, dass mich jetzt noch ein Mädel überholt). Als ich dann an ihm vorbeifuhr meinte er "jetzt musch aber au Gas gebe". Hä? Na sowas; denke aber nicht, dass ich ihn ausgebremst habe... So, dann noch diesen letzten kurzen überaus fies steilen Anstieg rauf, wo man von den Menschenmassen, die rechts und links stehen, hochgeschrieben wird und noch ein letztes Mal die paar Meter ins Ziel Gas geben. Geschafft! Und was höre ich? Erste Frau im Ziel und bevor ich noch richtig Luft holen konnte wurde mir schon ein Mikro unter die Nase gehalten und ich durfte ein kurzes Statement abgeben. Fazit: Wieder ein sehr schönes Rennen, bei super Wetter und einem sympathischen Veranstalter! Und auch meine Entscheidung für die kurze Strecke erwies sich als richtig; eine zweite Runde hätte ich heute nicht noch fahren wollen. |