Der Marathon in Bullau (bei Erbach/Odenwald) fand dieses Jahr erst zum 2.Mal statt. Bei der Premiere gab es zwar ein absolutes Chaos bei den Streckenposten, so dass viele Teilnehmer am Rennende unterschiedliche Distanzen gefahren sind, aber da es sich um eine ziemlich schöne Strecke handeln soll und der Veranstalter Besserung gelobte, beschloss ich, dieses Jahr mitzufahren. Da die Anfahrt gut 2 Stunden dauern sollte, sind wir schon samstags hingefahren. Unsere Pension lag direkt an der Rennstrecke beim Start-/Zielbereich - besser konnte man es nicht treffen. Jetzt musste nur das Wetter noch halbwegs mitspielen - die Vorhersagen waren ja alles andere als gut. Am Sonntagmorgen warf ich dann zuerst einen vorsichtigen Blick aus dem Fenster, regnet es? Nein, puh Glück gehabt, es war (noch) trocken. Temperaturen lagen bei 14 Grad. Erst einmal frühstücken; das erste Mal, das ich vor einem Marathon nicht das obligatorische Müsli gegessen habe. Nein, heute gab es einen Wurst- und danach noch ein Marmelade-Brötchen. Da ich ich eine Woche zuvor in Neustadt mitgefahren bin, war ich hier nur für die Kurzstrecke mit 45 km und rd. 900 hm gemeldet. Da kann man schon einmal auf´s Müsli verzichten, oder? So, Zeit zum Warmfahren. Das dauerte heute keine 25 min., irgendwie war ein sch....kalter Wind und die ganze Betriebsamkeit um mich herum wirkte irgendwie ansteckend. Keinen Nerv zum Warmfahren. Lieber nochmal aufs Klo, die kurze bike-Hose angezogen und Richtung Startaufstellung gegangen. Gestartet wurde zuerst die 112 km-Strecke, dann die 76 km und danach wir, im 5 min.- Abstand. Kurz nach dem Start hängte ich mich gleich an ein gefährlich aussehendes Mädel, die gleich ein forsches Tempo anschlug. Die sogenannte 13 km lange Einführungsrunde, die ich am Vortag abgefahren bin, sollte mir vom Profil eigentlich liegen, überwiegend leicht ansteigend Wege. Bis kurz vor Ende der Einführungsrunde konnte ich das Tempo dann auch mitgehen, dann kam ein kurzer, steiler Wiesenanstieg und ich musste abreissen lassen.
Nach einer guten halben Stunde kam man dann wieder durch den Start-/Zielbereich, es ging durch einen schön angelegten Wald-trail und danach musste man eine steilere aufgestellte Brücke überqueren. Kurz danach sind 2 Mädels an mir vorbei (na prima!) und weiter ging´s mit einer langen, wurzeligen trail-Abfahrt. Ein Mädel musste dann wegen einem Platten aufhören. Mit dem zweiten fuhr ich dann eine zeitlang zusammen, bis auf einem vermatschten Weg eine kleine Lücke entstand, die ich an dem folgenden ersten längeren Anstieg auch nicht wieder zufahren konnte. Okay, nun war also auch Dame Nr. 2 weg. Also, so langsam nahm dann meine Motivation doch etwas ab.... So fuhr ich dann eine Weile nur in männlicher Begleitung. Bis ca. 15 km vor dem Ziel. Da ging´s einen steileren wurzeligen trail hoch. Ich war wohlgemerkt die einzige die da hochfuhr - auch die Männer haben geschoben; ganz nach dem Motto, lieber langsam gefahren, als schnell gelaufen, grins.... Da bin ich dann wieder auf 2 Mädels aufgefahren. Die eine konnte ich am Ende des trails, als es ebener wurde gleich abhängen, mit der anderen (das war die vom Start) kämpfte ich noch ca. 5 km ein bisschen, bis sie dann nicht mehr folgte. Und dann war ich wieder motiviert. Bin gefahren wie der Teufel und war kurz vorm vom bike kippen - aus Angst, dass wieder jemand von hinten kommt. Tja, nix da, es kam noch besser. Irgendwann bin ich noch an einem Mädel vorbei.Juhu! Und eine Weile später dachte ich, Mensch da vorne ist doch die, an der ich auch nicht dranbleiben konnte. Als sie merkte, dass ich von hinten komme, hat sie natürlich mehr Gas gegeben, aber es war gerade ein Streckenabschnitt, der mir sehr gut lag, leicht ansteigend. Bin dann eine Weile leicht hinter ihr gefahren und dann hat es sich so ergeben, dass ich einen längeren Waldtrail vor ihr hineinfuhr. Dachte mir, o.k. spare ich mir meine Kräfte und fahre nicht voll am Anschlag, wenn es der hinter mir zu langsam wird, soll sie vorbeifahren. Ja und als der trail zu Ende war ging es wieder auf einen breiteren, leicht ansteigenden Weg. Da habe ich dann Gas gegeben und bin gefahren was ging. Und wer sagt´s denn, sie kam nicht hinterher. So, das nennt man dann das Feld von hinten aufräumen (gelingt aber äusserst selten, hahaha). Im Ziel war ich dann ganz überrascht, dass ich die erste in meiner Klasse war (und 2. im Gesamteinlauf). War also voll zufrieden!
Das war mal wieder ein Marathon, der bis zum Schluss spannend war! |