"Am 19.07.09 war es wieder soweit, Start der Bike-Transalp von Mittenwald in 8 Etappen an den Gardasee. Fast 600 2er Teams und wollten das härteste Mountain-Bike-Rennen der Welt in Angriff nehmen. Als Teamkollegen diesmal Günter Sandmann vom SV Kirchzarten. Als Betreuer Manfred Klassen der das Team-Fahrzeug lenkt, als Masseur tätigt ist und Verpflegung an der Strecke reicht ist und damit versucht alles lästige von den Fahrern fernzuhalten, damit wir uns nur auf das Rennen konzentrieren können. Für unsere Räder konnten wir als Scott-Fahrer auf den perfekten Team-Support von Scott zurückgreifen, wo wir jeden Tag ein verschmutztes Rad abgaben und von den Werksmechanikern ein geputztes, renntaugliches Rad zurück bekamen, so sauber als wäre es gerade aus dem Laden von Mister Bike.
Im Briefing am Vorabend kündigte der Renn-Direktor Uli Stanciu an,
dass es noch nie eine Bike- Transalp gab die soviel Single-Trail
Kilometer hat und damit auch fahrtechnisch sehr anspruchsvoll zu
fahren sein wird.
Am Starttag meinte es der Wettergott mit der Transalp und den
fast 600 2er-Teams nicht gut. Neuschnee mit bis zu 40cm in den
Höhenlagen, ab 2.000m machten einen Start unmöglich. Schweren
Herzen musste die Rennleitung die erste Etappe streichen.
Also bracht der Transalp-Tross seine Zelte ab und eine Karawane aus Teamfahrzeugen, Wohnmobilen und Omnibussen setzte sich in Bewegung zur nächsten Etappe. Die konnte wenn auch verkürzt gestartet werden. Ab dem Tag gab es aber für die folgenden Etappen perfektes Rennwetter.
Sportliches Ziel war eine Top-Ten-Plazierung in der
Masterswertung (Mindestalter beider Fahrer zusammen 80 Jahre).
Am ersten Tag verfehlten wir nur um 13 sek. diese Vorgabe. Auch
die anderen Tage konnten wir mit Platzierungen um Platz 10 bis
12 uns gut behaupten, normal reicht das auch, wenn man konstant
fährt, weil immer wieder Teams durch Krankheit, Verletzungen
oder Materialdefekten rausfallen.
Bis mir auf einer schnellen Schotterabfahrt das Vorderrad wegrutschte und ich schwer stürzte. Ich konnte mich zwar schnell wieder aufrappeln, gebrochen war nichts, die Hose zerrissen und tiefe Schürfwunden an Knie, Ellenbogen und Becken, die auch noch stark bluteten. Zeit auf einen Rettungs-Sanitäter auf einer der Motocross-Maschinen zu warten gab es aber nicht, das Rennen ging weiter. Ziemlich angeschlagen kam ich auf den angekündigten Single-Trails nochmal zu Fall und prellte mir den Oberschenkel. Jetzt ging es nur noch darum, ohne platzierungsmässig durchgereicht zu werden, ins Ziel zu kommen um mich verarzten zu lassen.
In Südtirol gab es die vom Renndirektor angekündigten Single-Trail
Etappen, unverletzt, wären die wunderschön zu fahren, mit den
Verletzungen ging es nur noch drum sich so gut es ging durch
zubeisen. Besonders der geprellte Oberschenkel machte mir zu
schaffen.
Am Abschlusstag stand der Monte Gazza-Trail im Roadbook,
alleine, mit einem Allmountain-Fully und bei Trockenheit
weitgehend fahrbar. Nass von einem nächtlichen Gewitter, mit
über 1.000 Fahrern, die meisten auf Race-Hardtrails mit
Rennbereifung, weitgehend unfahrbar.
Verletzungsbedingt war für mich die Laufpassage mit mehren hundert Höhenmetern bergab, die mehr an stolpern und rutschen über nasse Felsen, als an Laufen erinnert, eine Tortur.
Nach 7 Etappen reichten Günter Sandmann und ich als 14es Team in
der Mastersklasse das Ziel. Gestartet waren in Mittenwald 170
Master-Teams. In Riva kamen noch 118 Masters Teams ins Ziel."
|