So, heute war´s nun so weit;
einer meiner Lieblingsmarathon´s stand auf dem Programm. Neustadt
a.d.Weinstr.Er gehört wohl mit zu den Mara´s, die einen sehr
hohen Singeltrail- Anteil haben.
Auf der Mittelstrecke, die auch ich unter die Stollen nahm, waren um die 500 Teilnehmer gemeldet.Wir machten uns also frühzeitig auf in die Pfalz, denn wenn ich hier etwas nicht gebrauchen konnte war das Stress aufgrund Zeitmangel; war ja so schon aufgeregt genug. Morgens als erstes mal lauschen, ob der Regen von der Nacht weg war. Okay, alles ruhig; als nächstes kurz ins Netzt geguckt, was sagt der Kachelmann, jawohl, auch hier waren die Regenbalken vom Vortag verschwunden, der Mann lügt nicht, oder? Wird schon werden mit dem Wetter.Naja, beim Warmfahren hatte es dann mal 19 Grad und von Sonne war auch noch nicht so viel zu sehen....Kurz bevor ich zum Start wollte (bevor die Langstrecke startet, damit ich mich gleich vorne hinstellen kann), beschloss ich, noch mal auf´s Klo zu gehen. Das war ein Fehler!!! Nachdem ich schon länger an diesem Klowagen angestanden hatte und es immer später wurde, dachte ich, jetzt aber Beeilung und nix wie zum Auto. Tja, wenn man Besagtes noch finden würde....Ich irrte in den Neustädter Straßen umher, als ob ich da zum ersten Mal bin. Wie peinlich. Ich konnte schon gar nimmer denken - totaler blackout. Mein einzigster Gedanke war - na prima, das wird dein erster Mara, bei dem du nicht mitfahren kannst, weil du dein bike nicht rechtzeitig gefunden hast. Tja und dann sah ich meinen Mann, der sich auf die Suche nach mir gemacht hat, weil er sich schon so was gedacht hatte (ich und mein Orientierungssinn). Etwas wütend meinte er, wie kann man nur so b.....sein und sich vom Klo zum Auto verlaufen. Beim Auto angekommen, Helm runter, Ärmel-Trikot aus, ärmelloses an, Helm auf, Anmotzer von Mann, vonwegen man kann es auch übertreiben, so warm ist ja nicht, okay, Helm runter ärmelloses aus, Ärmel- Trikot an - tja, vor lauter Aufregung hatte ich jetzt den Reißverschluss so eingeklemmt, dass der sich weder vorwärts noch rückwärts bewegen ließ, also Ärmel-Trikot nach unten ausgezogen und doch wieder das ärmellose an. Und es wurde immer später. Dann wollte ich endlich losfahren, habe aber den Camelbak vergessen. Oh Mann, war dann gerade noch vor dem Start der Langstrecke im Startbereich und habe Dank eines freundlichen Mitfahrers mein bike noch relativ weit vorne über die Absperrung hiefen können. So, ich war dann am Start eigentlich schon voll bedient - was konnte denn jetzt noch alles passieren?Startschuss! Los geht´s! In Neustadt ist vom Start weg nix mit erstmal gemütlich fahren, denn nach dem ersten 2 km-Anstieg verengt sich die Straße zu so einem gemeinen Kopfsteinpflaster, auf dem gerade mal 2 Biker nebeneinander passen und beim kurz darauf folgenden Einstieg zum 1. trail ist dann immer erst einmal Stau angesagt. Also gilt es gleich zu Beginn möglichst noch ein paar hinter sich zu lassen. Bei der Strecke wechseln sich dann ständig trails mit Forstwegen ab, wobei es auch sehr viele Laufpassagen gibt. Dass ich die Strecke inn- und auswendig kenne, ist oft von Vorteil, denn wenn man weiss, dass gleich ne Engstelle oder ein trail kommt, kann man kurz vorher nochmal Gas geben und ggf. einen Überholvorgang starten. Bei mir lief es eigentlich ganz gut, obwohl ich jetzt nicht den Eindruck hatte, besonders schnell unterwegs zu sein. An der 1. Verpflegung sah ich aber, dass ich die Zeit von 2006 hatte (mit der ich gewonnen hatte und die bis dato meine Bestzeit war), das hat natürlich motiviert. Kurz danach hatte ich einen Fast-Absturz; ich weiss gar nicht mehr so richtig, was ich gemacht habe. Ich bin von einem Forstweganstieg in einen Downhill-trail und wollte dann wahrscheinlich vom mittleren ins große Kettenblatt schalten, was dann aber nicht funktionierte und ich voll ins Leere trat. Lieber Himmel, die Bäume rauschten an mir vorbei und ich sah mich schon mit dem Gesicht in die Büsche aufschlagen und meine Zähne aufsammeln. Naja, weiter ging´s. An der 2. Verpflegung, die am höchsten Punkt der Strecke, dem Weinbiet liegt, hatte ich dann immer noch meine 2006er Zeit. Nicht schlecht. Es folgte eine schöne Abfahrt zum (kurz) erholen, die noch ein Stück durch einen trail geht und dann wieder auf dem Hauptweg muss man höllisch aufpassen, da hier eine von mehreren Stellen ist, wo so tückischer "Treibsand" liegt. Wenn man den unterschätzt kann es sein, dass man ganz schön ausgebremst wird und auf der Schnauze liegt. Es geht wie gehabt weiter, ein Wechsel zwischen Forstwegen und trails sowohl hoch als auch runter und mit viel Laufen. Für viele ein highlight der Strecke ist dann die Abfahrt an der Wolfsburg, die doch sehr technisch ist mit einem recht steilen und gerölligen Einstieg. Da habe ich dann mal wieder das Mädel vor mir gesehen, aber bin dann irgendwie nicht an sie ran- gekommen, weil ich es dann an dem vorletzten Anstieg etwas langsamer anging, da ich nicht wusste, ob meine Beine noch lange mitmachen. Es kam dann noch ein längerer trail runter, bei dem auch teilweise laufen angesagt war. Am letzten Anstieg war sie dann nimmer zu sehen. Ich habe dann oben angekommen auf dem flachen Stück und bis zum Ziel runter nochmal alles gegeben. Aber nix zu machen. Bin dann 2. in der AK geworden bzw. auch von allen Hobbyfahrern (nein eigentlich da 3., weil ja auch noch die Gaby Stanger vom ehemaligen Alb-Gold-Team vor mir war, die hat jetzt nämlich ihrer Profi-Karriere beendet und fährt bei den Hobbyfahrern). Meine 2006er Zeit habe ich übrigens auf die Minute geschafft. Bin wieder voll zufrieden!!!!
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